Auf den Spuren der Vergangenheit – BM Markus Hugger auf Besuch in der alten Heimat der Banater Schwaben aus Spaichingen
Mit seinen über 13.000 Einwohnern bietet Spaichingen alles, was man sich von einer traditionsbewussten und gleichzeitig zukunftsfähigen Stadt wünscht: Gesunde Strukturen rund um Wirtschaft und Bildung, ein facettenreiches Freizeit- und Kulturangebot, ein attraktives Wohnumfeld, eine lebendige Gemeinschaft und natürlich eine wundervolle Landschaft. Ob es einer dieser Punkte war oder einfach der Wunsch nach einer neuen Heimat zum Wohlfühlen – die Banater Schwaben aus Darowa, Lugosch und Temeswar haben hier eine neue Heimat gefunden. Seit den 80-er Jahren bereichern die zugezogenen deutsche Familien die Gemeinde mit verschiedenen kulturellen Aktivitäten, feiern farbenprächtige Feste und sind sehr gut integriert. Bürgermeister Markus Hugger, seit Mai 2020 im Amt, wollte die Ursprünge dieser Gemeinschaft wissen, um diese Menschen besser kennenzulernen. So wurde die Idee einer Kurzreise nach Rumänien geboren um die Gemeinden Darowa, Lugosch und Temeswar zu besuchen. So ging es Anfang Juli 2021 am frühen Morgen in Begleitung von Franz Aulila, dem Ehrenvorsitzenden und Sigmund Blum, dem Kassenwart der Heimatsortsgemeinschaft Darowa, nach Lugosch. Am Donnerstag, 8. Juli fand das erste Treffen mit dem Bürgermeister von Lugosch, Claudiu Buciu statt. Als zweitgrößter Ort des Banats war die Stadt jahrhundertelang die Heimat der deutschen Siedler, die am linken Ufer des Flusses Temesch Acker- und Weinbau, aber auch Handwerk und Handel, betrieben haben.

Bild: Franz Aulila, BM Sorin Tilihoi (Darowa), BM Claudiu Buciu (Lugosch), BM Markus Hugger (Spaichingen) und Sigmund Blum im Rathaus der Stadt Lugosch

 

Bild: BM Markus Hugger (Spaichingen), BM Sorin Tilihoi (Darowa) und Franz Aulila am Rathaus von Lugosch

 

Am Nachmittag ging es nach Darowa – dem Geburtstort von Franz Aulila und vieler Banater Schwaben, die in Spaichingen wohnen. Die Gemeinde liegt südlich von Lugosch und war früher ein rein deutsches Dorf mit römisch-katholischen Wurzeln. Die ersten Siedler kamen aus Baden, Württemberg und Schlesien. Deutsch war Unterrichtssprache und wurde sehr gepflegt. So konnte die Gemeinde ihre Identifikation, Tradition und Kultur als Gemeinschaft beibehalten und in Deutschland weiterhin praktiziert. Die Erinnerung an die Vorfahren, deren Sitten und Bräuche wird an die Jüngeren durch die Heimatortsgemeinschaft Darowa, die Darowarer Blaskapelle, den Darowarer Kirchenchor und die Volkstanzgruppe weitergegeben.
Die Beziehungen zwischen der Gemeinde Darowa und der Stadt Spaichingen wurden in denletzten Jahren intensiviert, worauf gegenseitige Besuche der Bürgermeister beider Ortschaften folgten. Es findet auch reger kultureller Austausch mit ihrer Teilnahme. Die Heimatortsgemeinschaft Darowa hat zusammen mit der Gemeinde Darowa den Friedhofzaun und die Alleen erneuert, die Grabpflege weitergeführt, die nachschulische Erziehung gesponsert und vieles mehr. Für die Zukunft hat man eine Zusammenarbeit vereinbart und neue Projekte geplant.


Bild: Stellvertretender Bürgermeister Usciuc Gheorghe (Darowa), Franz Aulila, BM Markus Hugger (Spaichingen), Chefsekretärin Nefarean Marioara (Darowa), BM Sorin Tilihoi (Darowa) und Sigmund Blum

 

Am Freitag ging die Reise nach Temeswar. Hier haben sich die Spaichinger Besucher mit dem Bürgermeister der Stadt Dominic Fritz getroffen. Der aus Görwihl stammende Deutsche wurde 2020 zum Bürgermeister der drittgrößten Stadt Rumäniens gewählt.

Bild: BM Sorin Tilihoi (Darowa), BM Dominic Fritz (Temeswar), BM Markus Hugger (Spaichingen) und Franz Aulila

Vor dem Rathausbesuch wurde ein Aufenthalt im Altenheim Temeswar eingeplant. Hier werden ältere Bürger, die nicht nach Deutschland ausreisen wollten oder konnten, in einem familiären Umfeld würdevoll versorgt. Mit Unterstützung des Hilfswerks Banater Schwaben konnte im Obergeschoss des Altenheimes nach alten Vorbildern ein Heimatstübchen mit einer Kapelle eingerichtet werden, die gleichzeitig als eine Art Museum besichtigt werden können. In der Kapelle finden Trauerfeiern statt und jeden Sonntag wird Gottesdienst vom 95-jährigen Pfarrer Ignaz Fischer abgehalten.

 

Freundliche Grüße

Der Vorstand