Darowa
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von: Josef Hornyatschek |
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Lage Besiedlung Bewohner Seitenanfang |
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Die einst rein deutsche Gemeinde Darowa liegt im nordoestlichen Teil des rumeanischen Banats,13.5 km suedlich der Stadt Lugosch; bis zur nördlich gelegenen Haltestelle Boldur, der Eisenbahnlinie Temeswar Lugosch, sind es 5,5 km.
Ihren Namen erhielt die Ortschaft nach dem zur Zeit der Gründung (Gründungsjahr 1786) amtierenden, koeniglichen Kommisear des Temeswarer Komitates „Graf Johann Jankovits de Daruvar“. Am Nordwestrand der heutigen Gemeinde soll sich der Ueberlieferung nach, die römische Kolonie „Trucca“ (Truske) befunden haben. Auch eine Ortschaft „Csenke“ im Gebiet des heutigen „Tschinka Baches“ ist mündlich überliefert.
Die Gründung der Ortschaft Darowa vollzog sich während des dritten Schwabenzuges unter Kaiser Joseph II. Die ersten Siedler kamen aus Baden-Württenberg und Schlesien. Viele dieser Siedler waren aber schon in anderen, früher gegründeten Ortschaften untergebracht bzw ansässig. So waren künftige Darowarer u.a. in Gottlob, Rittberg(Tormac) und Detta untergebracht. Spätere Siedler kamen aus Mittel- und Süddeutschland, dem böhmisch-mährischen Raum, der Slowakei und Ungarn. Im Jahre 1883 wurde nahe dem nördlichen Dorfrand, eine Tochtersiedlung angelegt die anfangs Istvanfalva, (Stefansdorf) später auch noch Klein-Darowa benannt wurde. Diese Siedler kamen aus Novoselo (serbisches Banat). Von den ersten 72 Familien verblieben nach kurzer Zeit nur noch 11 Familien, es kamen neue Zuwanderer aus Darowa, Wetschehausen, Nitzkydorf und anderen Ortschaften. 1892 wurde durch ungarische und slowakische Siedler, im Tschinkatal die Siedlung „Imrefalva“ gegründet. Diese Ortschaft bestand etwa zwei Jahrzehnte. 1936 gründeten 16 rumeanische Familien, in der Nähe des Darowarer Waldes, den Weiler „Obianda“. 1969 verließ der letzte Einwohner diese Ortschaft. In der Bevölkerung der Gemeinde war das deutsche Element stets vorherrschend. Zu einem Ansteigen des rumänischen Bevölkerungsanteils kam es erst 1945 bzw 1980 infolge der massiven Abwanderung und Aussiedlung, sowie des Beginns der Bergbauarbeiten. Der deutsche Bevölkerungsanteil betrug: 1921 99,9% 1941 97.2% 1989 51.3% |
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Wirtschaftliche, soziale und kulturelle Leben Seitenanfang |
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Die Darowarer betrieben von Anfang an Ackerbau und Viehzucht. Unter den ersten Siedlern soll es nur ein Handwerker gegeben haben, einen Schmied, alle anderen waren Bauern. Darowa war von 1786 bis 1814 Kameralbesitz. Im Laufe der Jahre änderten sich immer wieder die Besitzverhältnisse. Nach 1920 wurden durch die Agrarreform die letzten Eigentümer enteignet. Bis zur Agrarreform im Frühjahr 1945 blieben die Bauern freie Eigentümer, wurden dann aber enteignet. Sie konnten die Felder in einem pachtähnlichen Verhältnis weiter bearbeiten mussten aber bis zur Sozialisierung hohe Quoten an die staatlichen Behörden abliefern. Ein Großteil der Landwirtschaft nahm der Getreidebau ein. An erster Stelle der Weizen, dann der Roggen und als Hackfrucht der Mais. Die Erträge waren, bedingt durch den schlechten Boden, fast nur die Hälfte von denen in den Banater Heidedörfern (Temescher Ebene). Teilweise wurden auch Sonnenblumen, Tabak und Zuckerrüben angebaut. Fast jede Familie hatte ein Stück Weingarten und sicherte sich so den Hauswein. Der Gemüse- und Obstbau beschränkte sich auf die Hausgärten und diente der eigenen Versorgung. Die Überschüsse konnten auf dem Lugoscher Markt teilweise abgesetzt werden. Die Tierhaltung beschränkte sich ebenfalls auf die einzelnen Familien. Viele Familien hatten eine Kuh im Stall, für die eigenen Beduerfnisse und in jeden Haus wurden im Jahr 1 bis 2 Schweine geschlachtet. Neben dem Schwein war das Geflügel der Hauptlieferant an Fleisch für jeden Haushalt. Mit der Enteignung 1945 und der zwangsläufigen Kollektivierung begann der Niedergang der Darowarer Bauerngemeinschaft. 1959 und später war ein Großteil der Darowarer in der LPG beschäftigt. Das Handwerk begann sich ab der Jahrhundertwende (1900) so allmählich zu entwickeln. In der Regel waren die Handwerker auch noch „Halbbauern“ und verrichteten die anfallenden, landwirtschaftlichen Arbeiten selbst. Zwischen 1927 und 1945 gab es im Dorf etwa 24 Dreschmaschinen und in den 30er Jahren gab es die erste Scharnierfabrik. Nach 1960 waren die Darowarer Handwerker sehr geschätzt, selbst in den umliegenden Dörfern. So waren viele Maurer, Maler selbst in weit entfernten rumänischen Dörfern tätig. In den 80er Jahren wurde Darowa durch einen neuen Wirtschaftzweig bereichert, den Bergbau. Inzwischen wurde die Kohleförderung wegen Unrentabilität wieder eingestellt. Verschiedene Erzeugnisse aus der Eigenwirtschaft (Milch, Rahm, Käse, Butter, Geflügel, Obst usw.) wurden an andere Dorfbewohner oder auf dem Lugoscher Markt verkauft. Zur besseren Vermarktung wurde 1937 die erste Darowarer Genossenschaft gegruendet. Zwischen den Zwei Weltkriegen waren in Darowa drei Gastwirtschaften und sechs Kramerläden. Nach der Gruendung der Konsumgenossenschaft 1949 wurde der Handel vorwiegend durch diese Einheit abgewickelt. Die Anfänge des Vereinswesen reichen bis ins 19.te Jahrhundert.1877 wurde der Darowarer Spar- und Vorschussverein für die Dauer von 10 Jahren gegründet. Es gab den Kirchenchor, den Männergesangsverein, den Jugendverein, den Leseverein (der erste 1875),den Sportverein, den Rosenkranzverein u.a. Im Jahre 1911 wurde Darowa ans Telefonnetz angeschlossen als einzelnes Telefon beim Gemeinderat. 1968 als Darowa Gemeindezentrum wurde, erhielt die Gemeinde eine eigene Telefonzentrale. Nach 1960, waehrend der Amtszeit von Richter Peter Berwanger,
wurden die Gehsteige mit Betonplatten ausgelegt, das neue Schulgebäude
und das Gebaeude der Konsumgenossenschaft ihrer Bestimmung übergeben.
Die Elektrifizierung der Gemeinde und der Busverkehr waren weitere Errungenschaften
dieser Zeit. Neue Vorhaben wurden verwirklicht: der Bau des Kulturheimes,
die Dorfbäckerei, der neue Kindergarten und die Asphaltierung der Dorfstrasse
bis zur Kreisstrasse nach Boldur. Nach 1944 wurde im Ort ein Gendarmerieposten
eingerichtet. |
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Die beiden Weltkriege hatten auch in Darowa ihre Spuren hinterlassen: materielle Not, seelisches Leid, Verfolgung und Ächtung. Das größte Opfer war der Blutzoll, den die Gemeinde zu entrichten hatte. Ihnen, die für uns alle litten und dabei ihr Leben ließen, sollten wir ein ehrenvolles Gedenken bewahren. 1.Weltkrieg 54 Gefallene 2. Weltkrieg 79 Gefallene In russischer Gefangenschaft 58 Verstorbene Die Jahre des letzten Krieges, die Ereignisse unmittelbar
danach (Trennung von Familien, Verschleppung, Enteignung, Deportation,
Verdrängen des deutschen Elements aus dem öffentlichen Leben,
Bedrohung der nationalen Identität) versetzen die Deutschen in Rumänien
in eine Lage der Unsicherheit und Trostlosigkeit. |
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Josef Hornyatschek |